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Wellness & Lifestyle Intelligence und GDPR: Rechtsrahmen

Das Portal unterstützt den Lebensstil, stellt aber keine Diagnosen und verordnet keine Behandlung. Gesundheitsdaten werden nach GDPR verarbeitet — mit ausdrücklicher Einwilligung des Gastes und auf einem Server in der EU.

Updated 2026-08-28 · Beispiel der Anwendungen Luxury Spa & Medical Wellness Hotel Prezident

Inhalt
  1. Kurz
  2. Was Wellness & Lifestyle Intelligence bedeutet
  3. Wo die Grenze zum Medizinprodukt verläuft
  4. Die Uhr ist ein Verbrauchergerät
  5. Wer wofür verantwortlich ist
  6. Warum jedes Hotel eine eigene Datenbank hat
  7. Zwei Einwilligungen und die Version der Richtlinie
  8. Rechte des Gastes – per Knopfdruck, nicht per E-Mail
  9. Was die Schaltflächen nicht tun
  10. Wo die Daten liegen und was nach außen geht
  11. Und eine Sache, die wir nicht löschen können
  12. Wie lange was gespeichert wird
  13. Was das Modell macht und was es nicht entscheidet
  14. Was der Server verbietet, nicht die Oberfläche
  15. Was das Hotel vor dem Start erledigt
  16. Fragen und Antworten
  17. Quellen
  18. Weiter zum Thema

Kurz

Was Wellness & Lifestyle Intelligence bedeutet

Wellness & Lifestyle Intelligence ist eine Produktklasse, die den Lebensstil unterstützt: Schlaf, Bewegung, Wasser, Essen und die Anwendungen des Hotels. Sie arbeitet mit denselben Werten wie die Medizin, beansprucht aber keinen medizinischen Zweck und verspricht kein therapeutisches Ergebnis.

Was das Portal macht: Es übernimmt die Tageswerte von der Uhr und die Wiegungen von der Waage, vergleicht sie mit dem eigenen Durchschnitt des Gastes, zeigt das Bild dem Gast im Konto und dem Arzt in der Übersicht und speichert und zeigt die Verordnungen des Arztes.

Was es nie macht: eine Krankheit benennen, ein Medikament oder eine Diät verordnen, eine ärztliche Verordnung aufheben oder ersetzen oder versprechen, dass eine Anwendung etwas heilt.

Der Unterschied zeigt sich dort, wo der Algorithmus den Plan berührt. Kostenlose eigene Leistungen — eine Kurstrecke, eine im Aufenthalt enthaltene Sauna — verschiebt das Portal selbst. Bei einer kostenpflichtigen Anwendung schlägt es nur eine Verschiebung vor, und der Arzt entscheidet (wie das funktioniert).

Wo die Grenze zum Medizinprodukt verläuft

Ob eine Software ein Medizinprodukt ist, entscheidet nicht die Komplexität des Algorithmus, sondern der Zweck, den ihr der Hersteller gibt: Diagnose, Prävention, Überwachung, Vorhersage, Prognose, Behandlung oder Linderung einer Krankheit (Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte, Artikel 2). Das Portal beansprucht keinen solchen Zweck — und das steht nicht nur in einer Erklärung, sondern an 3 Stellen im Produkt selbst:

Die Uhr ist ein Verbrauchergerät

Das Kit des Hotels besteht aus einer normalen Garmin Forerunner 165 Music und einer normalen Garmin Index S2, im Handel gekauft. Medizinische Funktionen übernimmt das Portal davon nicht: Die ECG-App aktiviert Garmin selbst nur dort, wo sie als Medizinprodukt zugelassen ist, und eine in einem anderen Land gekaufte Uhr hat sie womöglich gar nicht.

Puls, seine Variabilität, Schlafphasen, Atmung und Sauerstoffsättigung im Blut sind Messwerte eines optischen Sensors am Handgelenk für den Privatgebrauch. Genau so zeigt das Portal sie auch: als Dynamik des eigenen Körpers des Gastes, nicht als Ergebnis einer Untersuchung (was die Uhr genau misst).

Die Einordnung hängt nicht an einer Zeile im Dokument, sondern an den Versprechen. Wenn das Marketing des Hotels sagt «Wir stellen eine Diagnose mit der Uhr» oder «Wir heilen Sie in einer Woche», sprengt das den Rahmen schneller als jede Änderung im Code.

Wer wofür verantwortlich ist

Die Rollen nach GDPR sind so verteilt, und diese Verteilung ist wichtiger als jedes Wort über Partnerschaft: Gegenüber dem Gast und gegenüber der Aufsichtsbehörde ist das Hotel verantwortlich.

RolleWer das istWas sie tun
Verantwortlicherdas Hotel als juristische Personentscheidet, warum Daten erhoben werden; ist dem Gast und der Aufsichtsbehörde gegenüber verantwortlich; seine Angaben stehen in der Richtlinie des Portals
Auftragsverarbeiterlongev.eubetreibt den Code und den Server, arbeitet nach einem Vertrag zur Auftragsverarbeitung und nach den Weisungen des Hotels
Arztder namentlich genannte Chefarzt des Hotelssieht die Daten des Aufenthalts, verordnet die Kur und die Anwendungen; unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht
Hostingder Hosting-Anbieter, Rechenzentrum in der EUbetreibt den Server; ebenfalls ein Auftragsverarbeiter, auf Vertragsbasis
Garmindie Garmin-Cloudempfängt die Daten der Uhr: entweder über das eigene Konto des Gastes oder über das Konto des Hotels beim ausgegebenen комплект
GoogleAnmeldung und Modelldie Anmeldung über Google ist die Wahl des Gastes; das Modell arbeitet, solange das Hotel die Funktion eingeschaltet lässt
KartenOpenStreetMap, mapy.comdie Kartenteile ruft der Browser des Gastes direkt ab; die Strecke der Gesundheitsroute wird nicht an sie gesendet

Warum jedes Hotel eine eigene Datenbank hat

Die Plattform ist nicht mandantenfähig im üblichen Sinn: Gäste verschiedener Hotels werden nicht durch eine Spalte in einer gemeinsamen Tabelle getrennt. Jedes Hotel hat seinen eigenen Prozess auf dem Server, sein eigenes Verzeichnis und seine eigene Datenbank, der Code ist aber überall derselbe.

Der Unterschied ist praktisch. Ein Fehler in einer Abfrage kann einem Hotel nicht die Gäste eines anderen zeigen — sie sind in seiner Datenbank einfach nicht vorhanden. Ein Hotel, das geht, nimmt seine Datei vollständig mit und nicht nur einen Auszug aus einem gemeinsamen Speicher.

Zwei Einwilligungen und die Version der Richtlinie

Gesundheitsdaten sind eine besondere Kategorie (Artikel 9 GDPR), und «Ich stimme den Bedingungen zu» bei der Registrierung reicht dafür rechtlich nicht aus. Deshalb gibt es zwei Einwilligungen: die allgemeine bei der Registrierung und die ausdrückliche zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten vor dem Fragebogen.

Die Reihenfolge hält der Server ein, nicht die Oberfläche: Eine Anfrage für die zweite Einwilligung wird abgelehnt, wenn die Richtlinie noch nicht angenommen wurde.

Beide Einwilligungen werden zusammen mit der Versionsnummer der Richtlinie und dem Zeitpunkt gespeichert. Die Version steigt, wenn sich der Sinn ändert, nicht bei einem Tippfehler — und dann fragt das Portal alle erneut mit einem Fenster über jedem Bildschirm.

Das ist schon 3-mal passiert: Version 1.5 hat die Waage im Zimmer und die Körperzusammensetzung ergänzt, 1.6 das KI-Modell und 3 Datenübermittlungen aus dem EWR genannt, 1.7 das Ernährungstagebuch und das Foto eines Tellers. Jedes Mal wurden die Gäste erneut gefragt.

Die Richtlinie des Portals ist von der Richtlinie des Hotels getrennt und gilt nur für das Portal: das Konto, den Fragebogen, die Gesundheitsrouten und die Uhr. Die Zimmerbuchung und der Newsletter des Hotels stehen in seiner eigenen Richtlinie.

Hinweise zum Portal: 12 Abschnitte, ohne Anmeldung offen
Hinweise zum Portal: 12 Abschnitte, ohne Anmeldung offen
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Rechte des Gastes – per Knopfdruck, nicht per E-Mail

Ein Recht, das versprochen wird, aber nur per E-Mail an das Hotel ausgeübt werden kann, wird in der Praxis nicht ausgeübt. Deshalb gibt es in «Konto» den Block «Meine Daten» mit 4 Schaltflächen.

«Meine Daten»: Export, Einwilligung widerrufen, löschen
«Meine Daten»: Export, Einwilligung widerrufen, löschen
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Was die Schaltflächen nicht tun

Ein Mitarbeiterkonto lässt sich mit diesen Schaltflächen nicht löschen. Unter der Signatur eines Arztes stehen Verordnungen und Morgenblätter anderer Personen, deshalb entfernt ein Administrator so ein Konto – damit die Signatur nicht stillschweigend abgetrennt wird.

Die 2 Tiefen der Löschung und das, was eine Löschung überlebt, sind im Artikel Personenbezogene Daten erklärt: Dort steht auch, warum das Journal der Kit-Ausgaben bleibt, die Notizen des Personals über einen Gast aber verschwinden.

Wo die Daten liegen und was nach außen geht

Der Server steht in der Europäischen Union; das Land des Rechenzentrums ist in den Hinweisen des jeweiligen Hotels genannt. Daten verlassen ihn genau in 3 Fällen, und alle 3 sind dort einzeln aufgeführt:

Und eine Sache, die wir nicht löschen können

Im Portal gibt es weder Werbung noch Analysezähler. Der Browser des Gastes speichert nur das Sitzungstoken und die gewählte Sprache.

Die Tageshistorie in einem Garmin-Konto lässt sich aber nicht löschen: Garmin bietet dafür keine Möglichkeit. Diese Tage bleiben dort nach den eigenen Bedingungen von Garmin auch dann bestehen, wenn unsere Kopie schon gelöscht ist. Das Portal liest aus so einem Konto nur die Tage des Aufenthalts, in dem der Gast das Kit hatte – aber das offen zu sagen ist ehrlicher, als es zu verschweigen.

Wie lange was gespeichert wird

Für jede Datenart ist die Frist einzeln genannt, und Löschung bedeutet dabei das Entfernen von Zeilen aus der Datenbank, nicht nur das Ausblenden in der Oberfläche.

Ein Eintrag überlebt den Gast absichtlich – die Abrechnungszeile für einen aktiven Aufenthalt: Der Verweis auf das Konto wird darin auf null gesetzt, und der Monat weiß noch, dass der Aufenthalt stattgefunden hat, nennt aber niemanden mehr (wie ein aktiver Gast gezählt wird).

WasWie lange
Kontobis der Gast es löscht
Fragebögen, Gesundheitsrouten, Profil, Trinkkur3 Jahre nach der letzten Aktivität – oder bis zum Widerruf der Einwilligung
Ernährungstagebuch und Fotos der Gerichtedieselben 3 Jahre; das Foto wird zusammen mit dem Eintrag von der Festplatte gelöscht, nicht nur aus der Liste
Tageswerte von ausgeliehenen Uhrenbleiben zwischen den Aufenthalten dieselben 3 Jahre in der Gästekarte
Link zum Zurücksetzen des Passworts60 Minuten
Serverprotokollebis zu 90 Tage

Was das Modell macht und was es nicht entscheidet

Ein Teil der Texte im Portal wird von einem Modell für künstliche Intelligenz formuliert: der Text des Morgenblatts, die Übersetzung einer Nachricht des Arztes, der Hintergrund einer Postkarte von der Gesundheitsroute, die Schätzung der Kalorien nach dem Foto eines Tellers.

Es berechnet weder das Risikoniveau noch wählt es die Pulszone aus und ändert auch nicht das Programm — es bekommt nur das, was das Portal schon berechnet hat. Eine automatisierte Entscheidung mit rechtlicher Wirkung (Artikel 22 GDPR) gibt es im Portal überhaupt nicht.

Dass ein Text von einem Modell geschrieben wurde, wird dem Gast direkt in der Richtlinie gesagt: Das verlangt Artikel 50 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz.

Und die wichtigste Sicherung: Keine einzige Anfrage mit persönlichem Text geht raus, bevor der Super-Admin bestätigt hat, dass mit dem Anbieter ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung geschlossen wurde. Standardmäßig ist der Schalter aus — Schweigen ist keine Zustimmung. Ein kostenloser Tarif reicht dafür nicht: Nach den Bedingungen des Anbieters selbst lernt er aus dem, was ihm geschickt wird.

Kalorien nach einem Foto zeigt das Portal als Bereich an und erlaubt eine Korrektur: Das ist eine Schätzung nach einem Bild, keine Messung.

Was der Server verbietet, nicht die Oberfläche

Was das Hotel vor dem Start erledigt

Fragen und Antworten

Quellen

Verordnung (EU) 2016/679 — GDPR · Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte · Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz · Úřad pro ochranu osobních údajů

Weiter zum Thema

Personenbezogene Daten: 2 Einwilligungen, Export und Löschung — dieselben Rechte aus Sicht des Gastes, Schaltfläche für Schaltfläche.

Wie die Plattform Anwendungen zuweist — wo der Algorithmus aufhört und der Arzt beginnt.

Preise: Setup, Base und Active Guest — was zum Start gehört und wie ein aktiver Gast gezählt wird.

Was die Uhr misst — welche Zahlen genau vom Handgelenk kommen.

Rezeption: Arbeit mit den Apps — warum ein Komplett gelöscht wird, bevor es an den nächsten Gast geht.

Die vollständige Datenschutzerklärung des Portals ist ohne Anmeldung auf der Datenschutzseite offen.

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